... unangepasst zur eigenen Überzeugung stehen 

Förderkreis zur Pflege des Erinnerns an Hans Wölfel

Als ein in Österreich geborener Jugendlicher 1915 an unsere Schule kam, die damals „Altes Gymnasium“ hieß, ahnte er sicher noch nicht, dass man ihn später zu den größten Persönlichkeiten zählen würde, die das heutige KHG in seiner Schulgeschichte aufweist. Auch dass man den aus einer Gärtnerfamilie in Bad Hall stammenden Hans Wölfel nach seinem Tod als „Märtyrer des 20. Jahrhunderts“ bezeichnen würde, hätte den Jungen sehr verwundert und erschreckt.

Rechtsanwalt, Landrat, Generalstaatsanwalt, Oberlandesgerichtspräsident, einer der Väter der Bayerischen Verfassung und des Grundgesetztes der Bundesrepublik Deutschland, Bundesjustizminister, Bundestagsvizepräsident mit Staatsbegräbnis ... und Absolvent des damaligen „Alten Königlichen Gymnasiums“ im Kriegsjahr 1916. Eine Biographie, die einem den Atem raubt.

Als 1907 geborenem Sohn des Bamberger Domorganisten und einer Sängerin war Karl Höller die Musik in die Wiege gelegt. Die elterliche Wohnung in der Alten Hofhaltung war nur wenige Schritte vom Dom entfernt. Mit Kirchenmusik und Orgelspiel wuchs der Knabe auf. In einem Interview aus dem Jahr 1972 mit der Autorin Ursula Stürzbecher bekannte Höller: Auf der Domorgel bin ich groß geworden, als Sechsjähriger begann ich im Chor als kleiner Domspatz mitzusingen. Diese frühe Begegnung mit der musica sacra, mit den alten Meistern der Polyphonie, dann natürlich mit der Orgelmusik - das alles sind so entscheidende Eindrücke, denen man sich nie mehr entziehen kann, und die später in meinen Werken ihren Niederschlag gefunden haben.