Am Donnerstag vor Weihnachten brach der gesamte Jahrgang der Q12 zusammen mit den Geschichtslehrern Herrn Kestler, Herrn Kurka, Frau Luplow-Guhra, Herrn Najar und Frau Dorsch zu einer Exkursion nach Regensburg auf.

Passend zum Lehrplan wurde dort zum einen das Reichstagsmuseum im Alten Rathaus besucht. Von 1663 bis 1806 tagte im dortigen Reichssaal der Immerwährende Reichstag des Heiligen Römischen Reichs deutscher Nation, eine frühe Vorform unserer heutigen Parlamente. Regensburg wurde so zu einer politisch hoch bedeutenden Stadt im Reich. Nach einer Führung durch den Reichssaal und die Beratungszimmer der einzelnen am Reichstag vertretenen Stände besichtigten die Schülerinnen und Schüler auch noch die im Keller des Rathauses gelegene Fragstatt. Dort wurden eines Verbrechens beschuldigte Bürger maximal zwei Wochen inhaftiert und mit dem Ziel, ein Geständnis zu erhalten, mehrmals „befragt“ – daher auch der Name. Diese Befragung konnte bei hartnäckigen Gefangenen auch „peinlich“ im Sinne von schmerzvoll vollzogen werden; die ebenfalls zu besichtigende Folterkammer zeugt mit den dort ausgestellten Folterinstrumenten eindrucksvoll davon.

Der zweite Punkt auf dem Besuchsprogramm war das erst in diesem Jahr eröffnete Haus der Bayerischen Geschichte. In der dortigen Führung erlebten die Schülerinnen und Schüler rund 200 Jahre bayerischer Geschichte seit der Erhebung zum Königreich 1806 im Schnelldurchlauf mit. Zahlreiche Exponate wie die Verfassung von 1818, einige Marketingartikel mit dem Porträt Ludwigs II, ein Maschinengewehr aus dem Ersten Weltkrieg, eine Besucherkarte für ein Gespräch mit dem Gefangenen Adolf Hitler, das Originalmobiliar des Bayerischen Landtags von 1848 oder eine BMW Isetta vermittelten einen lebendigen Eindruck von der wechselvollen Demokratiegeschichte Bayerns und vom Wandel vom monarchischen Agrarstaat hin zum modernen und wirtschaftlich erfolgreichen Industriestaat.

D. Dorsch

 

Photos: M. Kestler