30 SchülerInnen der 10. und 11. Jahrgangsstufe folgten zusammen mit Herrn Najar und Frau Dorsch der Einladung des Bundestagsabgeordneten Andreas Schwarz (SPD) nach Berlin, um die dortigen politischen Institutionen und den Gesetzgebungsprozess näher kennenzulernen.

Den Schwerpunkt bildeten verschiedene Aktivitäten im Bundestag. So erlangten die Jugendlichen bei einer einführenden Begehung Einblicke in das Paul-Löbe-Haus, in dem die meisten Abgeordneten und deren Mitarbeiter ihre Büros haben und die Ausschüsse des Parlamentes tagen. Anschließend wurde das über einen unterirdischen Gang erreichbare Reichstagsgebäude samt Plenarsaal, Fraktionsräumen und Kuppel besichtigt.

Danach begann der eigentliche Kern der Tätigkeiten an diesem Tag: ein Planspiel, in dem die SchülerInnen in die Rollen von Abgeordneten schlüpften. Eine fiktive Gesetzesinitiative sah vor ein Pfandsystem auf Einweg-Kaffeebecher einzuführen. Aufgeteilt in Regierungs- und Oppositionsfraktionen begann, analog zum realen Gesetzgebungsprozess, die Arbeit in Fraktionssitzungen, Ausschüssen und im Plenum. Es wurde viel und leidenschaftliche debattiert und gestritten. Kurzzeitig stand ein Bruch der Koalition und ein Regierungswechsel im Raum. Doch letztendlich wurde ein tragbarer Kompromiss gefunden, dem sogar die Opposition ihre Zustimmung gab.

Die SchülerInnen zeigten sich im anschließenden Gespräch beeindruckt und überrascht von der schwierigen Aufgabe, die der politische Alltag mit sich bringt. Viele merkten, dass Abgeordneter zu sein, anstrengend ist und Respekt verdient.

Am folgenden Tag stand Torsten Schmidt, der Büroleiter von Andreas Schwarz, ebenfalls im Paul-Löbe-Haus für eine Fragerunde zur Verfügung. Kompetent und pointiert beantwortete er die Fragen der gut vorbereiteten SchülerInnen zum politischen Leben in Berlin und zum Alltag eines Abgeordneten.

Neben dem aktuellen politischen Geschehen kam während des Fahrt auch das historische Berlin nicht zu kurz: Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten, Mahnmale und natürlich die Berliner Mauer wurden im Rahmen einer Stadtführung und eines Besuchs der Gedenkstätte in der Bernauer Straße erkundet. Für manche bildete auch die Führung durch den Fichtebunker – einem ehemaligen Luftschutzbunker aus dem Zweiten Weltkrieg, der bis zur friedlichen Revolution noch Verwendung fand – den Höhepunkt.

Müde und voller interessanter Eindrücke traten die SchülerInnen nach intensiven drei Tagen die Rückfahrt im Zug an – anders als auf der Hinfahrt tatsächlich auf den für uns reservierten Plätzen. „Gerne wieder!“ und „Sehr zu empfehlen!“ – so die überwältigende Rückmeldung.

John Najar, Dagmar Dorsch