Polen? Thorn? Danzig? Masuren? Lauter unbekannte Namen, die aber neugierig machen auf ein (noch) ungewöhnliches Reiseziel für die Deutschen!

Das dachten sich auch 38 Schülerinnen und Schüler der Q11, die  am 2.7.2017 früh um 6 Uhr von Bamberg aus aufbrachen, um unter der Leitung ihrer Lehrer Frau Dr. Horn, Herrn Wölfel und Herrn Kestler unser östliches Nachbarland zu erkunden. Zunächst ging es in die mittelalterliche Stadt Thorn, die zum UNESCO-Weltkulturerbe zählt. Die Altstadt mit ihren prächtigen Kirchen und der Festung, unmittelbar an der Weichsel gelegen, faszinierte durch die Verbindung von modernem Großstadtleben und der Bewahrung historischer Bauten.

Weiter ging es in die ehemalige Hansestadt Danzig, die nach dem 2. Weltkrieg von der polnischen Bevölkerung wieder aufgebaut wurde und heute erneut in altem Glanz erstrahlt. Auf einer interessanten Stadtführung erläuterte eine engagierte Reiseleiterin die Geschichte der Stadt, in deren Mauern über Jahrhunderte Deutsche und Polen zusammenlebten. Am nächsten Tag fuhren wir mit dem Schiff auf die Halbinsel Hela. Leider war das Wetter sehr regnerisch und stürmisch. Wie sich die Seeleute früher gefühlt haben, als sie Wind und Meer schutzlos ausgeliefert waren, konnten wir auf der Heimfahrt durch die stürmische See gut nachvollziehen.

Zwei Tage später fuhren wir nach Masuren, wobei wir auf der Fahrt dorthin die berühmte Burganlage der Marienburg besichtigten. Ebenfalls zum UNESCO-Weltkulturerbe zählend, zeugt sie heute noch von der Macht und dem Reichtum der Ritter des Deutschen Ordens.

Masuren: blauer Himmel, weiße Wolken, in der Sonne glänzende Seen, tiefe Wälder – eine Traumlandschaft, in der man Ruhe findet. Untergebracht in einer kleinen Ferienanlage direkt am Flüsschen Krutyna war am ersten Abend Lagerfeuerromatik angesagt. Am nächsten Tag führte uns der Weg zunächst zur Wolfsschanze, Hitlers Hauptquartier in Ostpreußen. Die mächtigen Bunkeranlagen beeindruckten alle. An diesem Ort wagte am 20.7.1944 Claus Schenk Graf von Stauffenberg das Attentat auf Hitler, das allerdings scheiterte.

Am Nachmittag erkundeten die Schülerinnen und Schüler die unberührte Natur, indem sie mit dem Kajak 13 Kilometer auf der Krutyna zurücklegten. Wunderbarer Sonnenschein, traumhaftes Wetter ließen diese grandiose Landschaft zum Erlebnis werden – abgesehen natürlich von einigen Stürzen ins Wasser, die zur Erheiterung der (noch) trockenen Klassenkameraden beitrugen.

Der letzte Ort auf unserer Route war Posen – ein Ort, der eng mit Bamberg verbunden ist: E.T.A.- Hoffmann wirkte am dortigen Theater und viele Bamberg ließen sich im 19. Jahrhundert in dieser Stadt nieder. Imposant war vor allem der große Marktplatz, der am Abend viele Menschen anzog. Das Leben pulsierte förmlich in dieser Stadt.

Mit vielen neuen Erfahrungen ging es dann am Samstag, dem 8.7.17, wieder nach Hause. Alle waren sich einig: Polen muss man gesehen und erlebt haben!

Dr. Christa Horn