Stolpersteine: Zeichen der Erinnerung an jüdische Bürger, die in Deutschland lebten und aufgrund der NS-Rassenideologie aus ihrer Heimat vertrieben wurden. Viele emigrierten in den 30er Jahren; wer seine Auswanderung nicht rechtzeitig in die Wege leitete, wurde nach Osten deportiert und in den Vernichtungslagern ermordet.

Auch in Trabelsdorf, einem kleinen Ort ca. 15 km westlich von Bamberg gelegen, existierte seit 1736 eine jüdische Gemeinde. Im Jahr 2016 wurde der erste Stolperstein verlegt. Er hält die Erinnerung an Luise Löwenfels wach, die zum katholischen Glauben konvertierte, später in einen Orden eintrat und 1942 mit ihren jüdischen Glaubensschwestern in Auschwitz vergast wurde. In diesem Jahr sollen weitere Stolpersteine an jüdische Mitbürger in Trabelsdorf erinnern, nämlich an die Familie Liffgens.

Im Vorfeld der Stolpersteinverlegung fand am 12.10.2017 in der Alten Schule in Trabelsdorf ein Vortrag statt, in dem Frau Dr. Christa Horn ihre Forschungsergebnisse zu den Angehörigen dieser Familie vorstellte. Da sie auch gleichzeitig die Lehrkraft der Teilnehmerinnen und Teilnehmer des P-Seminars „Die jüdischen Gemeinden Trabelsdorf und Lisberg“ ist, war das gesamte P-Seminar vor Ort, um so schon erste Informationen zu ihrem Forschungsthema zu erhalten. Zudem konnten sie auch Kontakt zu zwei Zeitzeugen aufnehmen, die mit dem jüngsten Familienmitglied, Joachim Liffgens, in die Schule gegangen und befreundet waren. Interessiert hörten sie den Erinnerungen der beiden älteren Herren zu, die viel zu berichten hatten.

Ziel des P-Seminars wird es sein, alle Informationen in einem Gedenkbuch zusammenzufassen, das an die vertriebenen und ermordeten jüdischen Menschen aus Trabelsdorf und Lisberg erinnern soll. Ein herzliches Dankeschön geht an den Ersten Bürgermeister der Gemeinde Lisberg, Herrn Bergrab, für die Unterstützung des Vorhabens sowie an die beiden Zeitzeugen für ihre Bereitschaft, den jungen Menschen ihre Erfahrungen aus der Zeit des Dritten Reichs offen mitzuteilen. Vielen Dank sagen wir auch Frau Hansen und Frau Dr. Friedrich, die das Projekt ebenfalls unterstützen werden.

An diesem Abend wurde die Vergangenheit lebendig – sicher eine ganz andere, aber äußerst interessante Geschichtsstunde, der noch viele weitere folgen werden.

Dr. Christa Horn