Kaiser-Heinrich-Gymnasium Bamberg, Altenburgerstr. 16, 96049 Bamberg, (09 51) 95 20 20 0, khg@bnv-bamberg.de
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Im Rahmen einer Exkursion unternahmen 20 Schülerinnen und Schüler der Q12 eine zweieinhalbtägige Fahrt nach Berlin. Begleitet wurde die Gruppe von Herrn Cetin und Frau Dorsch. Ziel der Fahrt war es, sich intensiv mit der deutschen Geschichte, insbesondere der Zeit des Nationalsozialismus und der deutschen Teilung, und dem aktuellen politischen Betrieb in der Hauptstadt auseinanderzusetzen.

Erster Bestandteil des Programms war der Besuch der „Topografie des Terrors“. Dort erhielten die Schüler*innen eindrucksvolle Einblicke in die Strukturen und Verbrechen des NS-Regimes. Die Ausstellung im Außenbereich machte verständlich, wie die Nationalsozialisten in der Zeit nach 1933 die Grundrechte politischer und ideologischer Feinde außer Kraft setzten, sie diskriminierten, entrechteten, verfolgten und schließlich auch ermordeten. Die Ausstellung unter dem Titel „Was wussten die Deutschen vom Holocaust?“ versucht im Haupthaus die nach 1945 oft geäußerte Entschuldigung, nichts von den Verbrechen der Nationalsozialisten gewusst zu haben, zu entkräften. Besonderes Augenmerk legten die Schüler*innen des KHG auf die Ausstellungstafeln zu den Verbrechen von SS und Wehrmacht in den besetzten Ländern, wie Norwegen, Griechenland oder dem Gebiet des ehemaligen Jugoslawien. Deutlich wurde hier auch die ideologisch bedingt unterschiedliche Vorgehensweise des NS-Regimes mit den als „arisch“ geltenden Norwegern und den als „minderwertig“ angesehenen „Slawenvölkern“ des Balkans.

Am Mittwoch besuchte die KHG-Gruppe die Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen. Die Führung durch das frühere zentrale Untersuchungsgefängnis der Stasi durch den Sohn einer ehemaligen Inhaftierten führte den Schülerinnen und Schülern eindrücklich vor Augen, unter welchen Bedingungen politische Gefangene in der DDR inhaftiert waren, wie sie systematisch entwürdigt und psychisch gebrochen wurden. Die Verknüpfung von allgemeinen historischen Fakten mit den konkreten persönlichen Berichten der Mutter machte den Besuch in Hohenschönhausen zu einem sehr eindrucksvollen Erlebnis. Der Appell am Ende der Führung, persönlich für die Erhaltung der Demokratie in Deutschland einzutreten, verfehlte so nicht seine Wirkung.

Nachmittags konnten die Schüler*innen an der Mauergedenkstätte in der Bernauer Straße die Auswirkungen der deutschen Teilung unmittelbar nachvollziehen und mehr über die zahlreichen Fluchtversuche sowie das Leben an der innerdeutschen Grenze erfahren. Zugemauerte Fenster an der Grenze zu den Westsektoren, der Verlauf des sogenannten Tunnels 57, in dem 57 Menschen die Flucht in den Westen gelang sowie die Bilder der Mauertoten, die ihren Fluchtversuch mit dem Leben bezahlten, seien hier nur als Beispiel genannt.

Der Donnerstag begann mit einem sehr frühen Frühstück, da bereits um 8.30 der Check-In am Paul-Löbe-Haus anstand. In einem der dortigen Gesprächsräume trafen wir MdB Andreas Schwarz, der bereits seit 2013 für die SPD im Bundestag sitzt. Dabei hatten die Schüler*innen die Möglichkeit, Fragen zu aktuellen politischen Themen wie die Reaktivierung der Wehrpflicht zu stellen und Einblicke in den Alltag eines Politikers zu erhalten. Im Anschluss an das Gespräch führte Herr Schwarz die KHG-Gruppe noch durch das Reichstagsgebäude und ermöglichte uns so Einblicke, die dem normalen Besucher verwehrt bleiben. Der Besuch der Reichstagskuppel bildete den Abschluss.

Den Abschluss des Besuchsprogramms bildete eine kurze Stippvisite auf dem Gelände der Charitè, dem renommierten Universitätskrankenhaus in der Mitte Berlins, wo sich die Schüler*innen mit der Rolle der Medizin im Nationalsozialismus auseinandersetzten. Die Ausstellung in der psychiatrischen Klinik zur NS-Vergangenheit zeigte eindrücklich, wie medizinische Forschung und Praxis in dieser Zeit missbraucht wurden – und wie sich die Mediziner und Angestellten der Charité auch teilweise bereitwillig missbrauchen ließen.

Noch am Abend des Donnerstags wurde die Rückfahrt angetreten, leider mit einer fast einstündigen Verspätung des ICE. Ein paar Schafkopfrunden später konnten wir aber endlich losfahren und gelangten um kurz vor zehn Uhr müde, aber voller neuer Eindrücke in Bamberg an.

D. Dorsch und Y. Cetin

 

 


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